Vom 10. bis 12. Juli versammelten sich wieder einmal die Billard-Elite von nah und fern wie auch viele ambitionierte Hobbyspieler aus der Region in den vier Billardcafés Carambolage, Victory, Markthalle und Annyway. Anlass waren die alljährlich ausgetragenen Stuttgart Open, eines der wichtigsten Turniere im Kalender eines jeden Billardfans und -Spielers.
Aufgeteilt in sieben Felder starteten die 168 angemeldeten Sportler am Freitag und am Samstag in den Wettbewerb. Dabei mussten sie zunächst in Gruppen von jeweils sechs Spielern gegeneinander antreten. Pro Gruppe qualifizierten sich die beiden erstplatzierten direkt für die Finalrunde. Die Gruppendritten hatten die Chance, sich durch einen Shootout noch einen Platz in der Runde der letzen 64 zu sichern.
Diese wurde bereits am Samstagabend in Stuttgart-Feuersee ausgetragen – zugleich der Auftakt zur Finalrunde im K.O.-System.
Im hochkarätig besetzten Feld mussten auch einige prominente Spieler früh im Turnier die Segel streichen. So schieden beispielsweise klangvolle Namen wie Steffen Gross, Christophe Creter oder Jakob Belka in der Runde der letzten 64 aus. Auch Titelverteidiger und Rekordchampion der Stuttgart Open Christian Reimering griff nun ins Geschehen ein und zog souverän mit einem 6:2-Sieg über Frank Egerter in die nächste Runde ein.
Die Runde der letzten 32 wurde am Sonntag Morgen eröffnet. In einer spannenden Partie konnte sich Sebastian Ludwig gegen Sascha Tege durchsetzen und auch der 16-jährige Youngster Kevin Schiller zog mit einem klaren Sieg über Thomas Schlegemilch, den Führenden der German Tour, in die nächste Runde ein.
Eine besonders enge Partie im Achtelfinale lieferten sich die beiden Titelanwärter Klaus Zobrekis und Christoph Reintjes. Nach einem harten Kampf behielt Klaus Zobrekis, der die Stuttgart Open im Jahr 2011 gewinnen konnte, das bessere Ende für sich und entschied die Partie mit 6:5 zu seinen Gunsten.
Belohnt wurde der Routinier damit, seine nächste Partie auf dem Centre Court und vor vielen Zuschauern – vor Ort wie auch über den Livestream – spielen zu dürfen. Das Duell zwischen ihm und Christian Reimering, die beide den Pokal in der Vergangenheit schon gewinnen konnten, versprach hochklassiges Billard…und es hielt was es versprach. Das Match bot alles, was ein TV-Match bieten kann: spannende Safe-Schlachten, perfektes Abräumen des Billardtisches und spektakuläre Jump Shots. Klaus Zobrekis behielt dabei die Oberhand und trug mit 6:3 den Sieg davon. Doch auch die anderen Viertelfinals waren nicht minder gut besetzt, so setzten sich Kevin Schiller gegen Clemens Philippen und Sebastian Staab gegen Roman Hybler mit jeweils 6:4 durch. Das letzte Halbfinalticket löste Sebastian Ludwig mit einem ungefährdeten 6:3 über Florian Hammer.
Damit bestritt er das Halbfinale gegen Klaus Zobrekis und erkämpfte sich in einer nervenaufreibenden Partie, in der sich beide einige Fehler leisteten, über weite Strecken jedoch Billard vom Feinsten präsentierten, einen knappen Sieg über den Weinheimer. Das zweite Halbfinale spielten Sebastian Staab und Kevin Schiller. Sebastian Staab zeigte eine Partie nahe an der Perfektion und ließ dem jüngsten Spieler des Turniers keine Chance.
Das Duell im Finale stand also fest: Sebastian Ludwig gegen Sebastian Staab. Die beiden lieferten sich eine ausgeglichene Partie und zeigten einzig beim Break kleine Schwächen, woraus oft spannende Safe-Duelle entstanden. Im ganzen Match gelang es keinem der beiden Spieler, sich eine klare Führung zu erspielen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen war wohl das knappste Finale in der Historie der Stuttgart Open. Möglicherweise war es Sebastian Ludwigs sicheres Lochspiel, das ihm einen kleinen Vorteil gegenüber seinem Kontrahenten brachte, und die Partie mit 7:5 zu seinen Gunsten entschied. Mit dieser Leistung auf konstant hohem Niveau über das gesamte Turnier hinweg hatte er sich den Pokal für den ersten Platz der Stuttgart Open 2015 redlich verdient, doch auch die Zweit- und Drittplatzierten gingen nicht leer aus.
Dank des großen Engagements aller Beteiligten, allen voran die Mitglieder des ausrichtenden Vereins BC Feuersee, Pool-Stage, den Sportcafés, dem Webhost ESEVEN, der Turnierleitung sowie vieler großzügiger Sponsoren konnten die Stuttgart Open auch in diesem Jahr ihrem hervorragenden Ruf gerecht werden. Das Turnier, das jedes Jahr die Topspieler Europas in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs lockt, hat sich inzwischen als wichtiger Termin in den Kalendern vieler Billard-Begeisterter etabliert. Dafür möchten wir allen Beteiligten, Mit-Organisatoren, Unterstützern, Spielern und nicht zuletzt allen Fans herzlich danken.

 

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