stuttgart_open_2011-5026Klaus Zobrekis gewinnt 13 Jahre nach seinem letzten großen Turniererfolg die Stuttgart Open und meldet sich damit eindrucksvoll zurück in der Spitze des deutschen Pool-Billards. Ihm und seinem langjährigen Freund und Newcomer Dennis Waldecker sollte es gelingen, dem bedeutenden Turnier ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken.

stuttgart_open_2011-4696Doch der Reihe nach. Der Billard Club Feuersee veranstaltete zum sechsten Mal die Stuttgart Open, eines der großen Billardturniere Europas. Organisiert und durchgeführt wurde das Billard-Event durch Pool-Stage, einem jungen Event- und Medienunternehmen, dessen Macher gleichzeitig Vorstände in besagtem Stuttgarter Billardverein sind. Rum und Ehre sollten dem Sieger zuteil werden. Große Worte der Ausrichter, doch wie sich zeigen sollte, waren diese keineswegs zu hoch gegriffen, denn man hatte sich für die Vermarktung des Events einiges einfallen lassen. Unter anderem wurde das gesamte Turnier per professionellem Internet-Livestream in die ganze Welt übertragen. stuttgart_open_2011-4319stuttgart_open_2011-4317Die beiden Kommentatoren Ralph Eckert und Sebastian Wanzke, beide weit über die Billardszene hinaus bekannt, sorgten hierbei für messerscharfe Analysen und beste Unterhaltung. 6 Kameras, zahlreiche Lampen, Flächenscheinwerfer, LED-Effektlichter, Nebelmaschine und eine leistungsstarke Soundanlage wurden in und um den TV-Centre-Court in tagelanger Arbeit installiert, um eine fernsehtaugliche Produktion zu gewährleisten.

stuttgart_open_2011-4168Über 170 Spieler aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarstaaten folgten dann auch prompt der Einladung aus Stuttgart und machten sich auf den Weg in die Schwabenmetropole. Am 23.06. startete der Billardnachwuchs mit dem Jugend Regio-Cup in das lange Billard-Wochenende und zeigte worauf man sich in den nächsten Tagen noch freuen durfte. Mit dem Hauptturnier, welches ebenfalls in der Disziplin 10-Ball ausgetragen wurde, ging es am 24.06. mit den ersten Vorrunden los. In Gruppen zu je 6 Spielern wurden an diesem und am darauffolgenden Tag die Qualifizierten für die 32er Finalrunde am 26.06. ermittelt. stuttgart_open_2011-4359Zahlreiche Favoriten blieben hierbei auf der Strecke und scheiterten am neuen Modus der Stuttgart Open, der dieses Turnier zu einem der härtesten in der Pool-Billard-Szene macht. Dies ist auch beabsichtigt, denn nur wer von der ersten Sekunde an da ist und konstant starke Leistungen zeigt, soll eine Chance auf den begehrtesten Titel im deutschen Billardsport haben. Einzig der Gruppenerste sowie einer von vier Gruppenzweiten zogen in die K.o.-Runde der besten Spieler ein. Namhafte Sportler wie Philipp Stojanovic, Valery Kuloyants, Mike Rüffert, Pascal Nydegger, Thomas Schubert, Michael Au Yeung und Jochen Sannwald teilten dasselbe Schicksal und fuhren bereits nach der Gruppenphase wieder nach Hause.

arthur_break_battle_2011-4418Begleitet wurden die Gruppenspiele durch ein unterhaltsames Rahmenprogramm. Beim Arthur Break Battle wurden die erfolgreichsten Anstöße ermittelt. Wer die meisten Kugeln lochte, reihte sich in eine Rangliste ein, aus der die ersten drei mit Preisen belohnt wurden. Dem Sieger winkte ein original Arthur Break-/Jump-Queue im Wert von stattlichen 350 EUR. Um die Break-Battles unterhaltsam zu gestalten, wurde eine aufwändige Licht-, Sound- und Nebelanlage eingesetzt, wodurch großartige Party-Stimmung aufkam. pool4motion_showmatch_2011-4520Beim pool4motion Showmatch durften am frühen Samstag Abend die beiden Finalisten des am 23.06. durchgeführten Jugend Regio-Cups mit ihren Idolen in den Ring steigen und im Doppel per Stoßwechsel einen Satz 8-Ball zum Besten geben. Die vier Akteure fanden eine gelungene Mischung aus anspruchvollem Billard und großartiger Unterhaltung. Knisternde Spannung kam bei den Shoot-Outs auf. Bei diesem Wettbewerb duellierten sich jeweils 4 Gruppenzweite, um ähnlich dem Elfmeterschießen im Fußball einen Sieger für den Finalrundeneinzug zu ermitteln. Die Shoot-Outs sind kaum an Dramatik zu überbieten und wurden mit Spannung verfolgt. stroke_sports_ringading_2011-4605Zu später Stunde kam dann beim Stroke Sports Ringading Zocker-Atmosphäre auf. Vier Freunde aus Bayern kämpften in diesem Ringgame um die Einsätze und einen durch Stroke Sports als Hauptgewinn ausgerufenen Billardköcher im Wert von 400 EUR. Trotz später Stunde freuten sich viele Zuschauer über die Darbietungen des leger aufspielenden Quartetts.

stuttgart_open_2011-4687Am Sonntag ging es dann schließlich in die Finalspiele und diese sollten allen Zuschauern Applaus und Begeisterung abringen. Es waren die Stunden unserer beiden Hauptdarsteller Klaus Zobrekis und Dennis Waldecker, die beide großartig aufspielten und sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Reihen der Favoriten bahnten. Besonders der erst 19-jährige Dennis Waldecker spielte wie im Rausch und besiegte zunächst Sven Bindrich, Bundesligaspieler aus Stuttgart, um dann im Achtelfinale auf den Vorjahresfinalisten und Europameister Dominic Jentsch zu treffen. Die Partie war hinsichtlich der Spielqualität das absolute Highlight des Turniers. Keiner der beiden Protagonisten leistete sich einen Schussfehler. Am Ende hatte aber Dennis die Nase vorn, gewann die Partie mit 7:5, reichte seinem eigenen Idol die Hand und bedankte sich für das Match. stuttgart_open_2011-4807Im Viertelfinale wartete in Daniel Müller ebenfalls ein regionales Jungtalent, der Dennis allerdings wenig entgegenzusetzen hatte und ihn mit 7:2 ins Halbfinale passieren ließ. Hier traf er dann auf ein weiteres Vorbild seiner selbst. Kein geringerer als Christian Reimering, zweifacher Sieger der Stuttgart Open und deren bislang erfolgreichster Teilnehmer, wartete auf den Youngster aus Graben-Neudorf. Doch selbst er konnte die Spielfreude Waldeckers nicht trüben und gab ihm schließlich nach einer 7:3-Niederlage den Weg ins Finale frei.

stuttgart_open_2011-4747Der zweite Regionalheld Klaus Zobrekis hatte ein nicht minder schweres Los und bahnte sich den Weg ins Finale über einen Auftaktsieg gegen Sascha Sauer, der mit 7:0 nur wenig Gegenwehr leistete. „Achtelfinale“ stand auf dem Punktzettel und der Gegner war hier schon ein größeres Kaliber. Tobias Hoiß versuchte sich am Lampertheimer Zobrekis, aber auch er musste mit 7:2 die Segel streichen. Etwas mehr Paroli bot dann schon Benjamin Baier, der sehr ehrgeizig ans Werk ging. „Ich will diesen Pokal haben“, waren die Worte auf die Frage seines Befindens. stuttgart_open_2011-4649Der Wille war also da, allein es fehlte am nötigen Quäntchen Glück und somit hieß der Endstand 7:6 für Klaus Zobrekis. Der italienische Franke Antonio Benvenuto war in einem großartigen Lauf unterwegs, hatte er doch nacheinander die hoch gehandelten Spieler Marco Tschudi, Jakob Belka und Minh-Tinh Nguyen besiegt. Doch auch ihm gelang es nicht, den Altmeister, auch unter dem Namen „Mister Z9“ bekannt (so heißt das eigens entwickelte Billardtuch des Klaus Zobrekis), im Halbfinale aufzuhalten. Mit 7:2 unterlag er Zobrekis deutlich und gratulierte ihm zum Finaleinzug.

So standen sich am Ende also die beiden Freunde gegenüber und durften zur besten Sendezeit um den Titel der Stuttgart Open ringen. stuttgart_open_2011-4914stuttgart_open_2011-4956Beiden waren die Anstrengungen der vorigen Runden anzusehen, war es doch ein langer kräftezehrender Turniertag. Dennis startete trotzdem fulminant, doch ein Flüchtigkeitsfehler hier und etwas zu wenig von Fortunas Hand da reichten Klaus, um früh in Führung zu gehen. Der 41-jährige Zobrekis nutzte jede Chance, die sich ihm bot und zeigte nahezu keine Schwächen. Letzten Endes entschied dann doch die jahrelange Turniererfahrung des Altmeisters, um das Finale zu seinen Gunsten zu beenden. Mit 9:6 fuhr er den Sieg ein und war erkennbar erleichtert über das Ende seiner langen Odyssee auf der Suche nach dem nächsten großen Titel.

stuttgart_open_2011-4989stuttgart_open_2011-4992Beide Finalisten waren sichtlich gerührt und nahmen die Gratulationen der vielen Fans vor Ort entgegen. Klaus Zobrekis schaffte es mit diesem Comeback nach 13 Jahren endlich wieder aufs oberste Treppchen und Dennis Waldecker zeigte neben einer tadellosen Leistung eine unbekümmerte jugendliche Spielfreude, die ihm viele Sympathien einbrachte.

stuttgart_open_2011-4676Beste Dame des Turniers wurde übrigens die Stuttgarterin Simone Künzl. Die mehrfache Jugend-Europameisterin und aktuell vierfache Damen-Landesmeisterin spielte unter den Damen ohne Konkurrenz und glänzte mit großartigem Können. Sie schied erst in der Finalrunde gegen den stark aufspielenden Soner Sari aus, konnte sich hiermit aber die Trophäe für die beste Dame und ein kleines Taschengeld sichern.

stuttgart_open_2011-5072Weit über 1.300 Fans verfolgten das Finale im Internet, was im Billard absoluten Zuschauerrekord bedeutet und die Veranstalter in ihrer professionellen Herangehensweise bestätigt. Die vielen beteiligten Sponsoren und Werbepartner sind ebenfalls ein Beleg für das große Interesse und das Potenzial dieses Events und dieser anspruchsvollen Sportart. Man darf gespannt sein, was sich Pool-Stage und der BC Feuersee für 2012 noch alles einfallen lassen.

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