Zum elften Mal trafen sich Spitzensportler, Hobbyspieler und Billardinteressierte von nah und fern, um sich bei den jährlichen Stuttgart Open zu messen und unterhalten zu lassen. Somit feierte das Turnier in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum, das passenderweise mit dem 20-jährigen Jubiläum des ausrichtenden Billardvereins BC Feuersee sowie des Hauptspielorts Sportcafé Carambolage im Stuttgarter Westen zusammenfiel.
Zunächst spielten 168 Spieler verteilt auf vier Orte die Vorrunde und ermittelten in Gruppen à 6 Personen die 63 Qualifikanten für die Finalrunde. Der 64. Platz des Finalfelds blieb traditionsgemäß reserviert für den Titelverteidiger, dieses Mal für Sebastian Ludwig. Noch am Samstagabend wurde die erste Runde dieses 64er Feldes gestartet und von nun an ging es im KO-Modus weiter.
Bereits hier kam es zu einigen hochklassigen Duellen, wie zum Beispiel dem Match zwischen Nicolas Ottermann und Jörn Kaplan, das sowohl vor Ort wie auch über den von Pool-Stage zur Verfügung gestellten Livestream von vielen Zuschauern verfolgt wurde. Nicht zu unrecht genießt diese Live-Übertragung bei Billardfans ein hohes Ansehen, so sorgten zahlreiche verschiedene Kameraperspektiven inklusive Super-Slowmotion für eine professionelle und sehr unterhaltsame Darstellung, die selbst den spannendsten Partien des Turniers gerecht wurde. Und davon gab es einige, denn am nächsten Morgen ging es schon früh mit der Runde der letzten 32 los, und wieder kam es zu prominent besetzten Begegnungen, wie zum Beispiel Jörn Kaplan gegen Markus Buck, in der Markus Buck beim Stand von 5:5 die Nerven behielt und den Krimi auf dem TV-Tisch für sich entschied.
Besonders auf sich aufmerksam machte Christian Fröhlich, der es als jüngster Teilnehmer der Finalrunde bis ins Achtefinale schaffte. In dem wie jedes Jahr stark besetzten Feld scheiterten viele der Mitfavoriten, darunter Sebastian Staab (Turnierchampion 2013 und Finalist 2015), Jakob Belka und Sascha-Andrej Tege bereits auf dem Weg ins Halbfinale. Sebastian Ludwig dagegen knüpfte an die konstant starken Leistungen aus dem Vorjahr an und zog erneut ins Finale ein. Auf dem Weg dorthin schlug er im Viertelfinale Ina Kaplan, die beste Frau des Turniers wurde.
Im Laufe des Turniertages fanden sich immer mehr Zuschauer im Spiellokal ein, so dass die Finaltickets vor reichlich Publikum zwischen Evangelos Vettas und Klaudio Kerec sowie Sebastian Ludwig und Juri Pisklov ausgespielt wurden.
Auf dem TV-Tisch behielt Evangelos Vettas nach einer hart umkämpften Partie mit 6:4 das bessere Ende für sich und sicherte sich damit den Einzug ins Finale. Währenddessen bestätigte Sebastian Ludwig ein weiteres Mal seine unglaubliche Konstanz und komplettierte durch seinen Sieg mit ebenfalls 6:4 das Finale.
Dieses wurde am Sonntagabend um 20 Uhr gestartet und war ein würdiger Höhepunkt des dreitägigen Events: Alles deutete zunächst auf eine klare Angelegenheit für Sebastian Ludwig hin, denn der Titelverteidiger zeigte ein weiteres Mal spektakuläres Billard, zog mit 5:0 davon und ließ seinem Herausforderer nur wenige Chancen. Diese wusste Evangelos Vettas allerdings wenn auch spät zu nutzen und kämpfte sich so immer besser in die Partie. Die sehenswerte Aufholjagd des sympathischen Griechen konnte Ludwig aber nach 4 Spielen beenden und ging mit 6:4 im Satz bis 7 in Führung. Auch am Ende behielt er knapp die Nase vorn und verwandelte nach ungefähr 90 Minuten den ersten Matchball zum Stand von 7:5.
Damit krönte Sebastian Ludwig zum Einen seine beeindruckende Leistung und zum Anderen ein absolut gelungenes Event zum zehnjährigen Jubiläum der Stuttgart Open, die sich längst unter den Spitzenturnieren im deutschen Billard etabliert haben und diesen seit Jahren durch Innovationen sowie ihre perfekte Organisation und TV-reife Darstellung nachhaltig prägen.

 

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